Das Plastik Problem

DER 4R-ANSATZ VON PLAWARE

PLAWARE aktualisiert das bestehende 3R-Konzept (reduzieren, wiederverwenden, rezyklieren) und erweitert es um das vierte R «regenerieren».

Unter dem 3R-Konzept versteht man die allgemeinen Leitgrundsätze zur Vermeidung und Reduktion von Plastikabfall. In unserem Ansatz tauschen wir den klassischen Begriff „reduzieren“ durch „ersetzen“ aus. Damit wollen wir die Verwendung von lokal produzierten, biologischen Materialien fördern. Dadurch soll Plastik-Abfall vorsorglich vermieden sowie eine lokale Wertschöpfung ermöglicht werden. Weil in vielen Entwicklungsländern jedoch oftmals Abfall-Entsorgungen fehlen oder diese nur schwach ausgebildet sind, liegt bereits heute sehr viel Plastik-Abfall herum. Der Bau umweltkonformer Kehrichtverbrennungsanlagen ist für viele Länder viel zu teuer. Mit der Plastik-Regeneration basierend auf der Definition der Boston Consulting Group (BCG) verfolgen wir einen zirkulären, kostengünstigen und reproduzierbaren Ansatz für dezentrale Regionen in Entwicklungsländer.

R1: Replace

Ersatz von Einweg-Plastik und Verpackungsmaterialien durch lokale, biologisch abbaubare Produkte

R2: Reuse

Wiederverwendung von Plastik mit langer Lebensdauer und vielseitigem Nutzen

R3: Recycle

Recycling von hochwertigem Material wie z.B. PET und Polypropylen (PP)

R4: Regenerate

Regeneration von Plastik als dezentrale Strategie in Entwicklungsländern

PLASTIKVERSCHMUTZUNG - EIN VERGLEICH
ZWISCHEN DER SCHWEIZ UND KAMBODSCHA

Genau genommen handelt es sich nicht um ein isoliertes Plastik-Problem – auch wenn die meisten Umweltprobleme auf Land und im Wasser auf die Abbau-Beständigkeit von Plastik zurückzuführen sind – sondern um ein übergeordnetes Abfallentsorgungsproblem.

Aarau, Schweiz. Bidlquelle: www.markstein.ch

Die Schweiz, stellvertretend für eine einkommensstarke, vorwiegend urbanisierte Region, verfügt über ein für viele Länder dieser Welt vorbildliches Abfallmanagement. Die Mülltrennung beginnt schon im Haushalt und es werden auch öffentliche Sammel- und Entsorgungsstellen mit der Möglichkeit für die Mülltrennung (Glas, Papier, Metall etc.) angeboten. Der Hausmüll wird regelmäßig vonseiten der öffentlichen Hand gesammelt und in Müllverbrennungsanlagen umweltgerecht weiterverarbeitet. Die Haushalte tragen durch die Zahlung von Steuern sowie durch den Kauf von kostenpflichtigen Abfallsäcken zur Finanzierung dieses Systems bei.
Ein flächendeckendes Abfallmanagement fehlt in vielen Teilen Kambodschas, sowohl in urbanen als auch in ländlichen Gegenden. Allerdings sind die Umstände in Kambodscha, stellvertretend für eine einkommensschwache, von vorwiegend ländlichem Charakter geprägte Region, nicht mit denen in der Schweiz vergleichbar, schon allein bezüglich des wirtschaftlichen Entwicklungsstandes.
Um das (Plastik-)Abfallproblem zu lösen, müssen organisatorische Maßnahmen mit technischen Maßnahmen kombiniert werden, die für Kambodscha finanziell tragbar sind. Damit kann verhindert werden, dass der Plastik-Abfall auf wilden Deponien landet oder unkontrolliert verbrannt wird und damit Luft, Land und Gewässer verschmutzt – nicht selten mit unmittelbaren Gefährdungen von Mensch, Tier und Umwelt.

Ländliches Gebiet um Siem Reap, Kambodscha